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25.12.2015 - Anlässlich der Lichterfeste, die gerade gefeiert werden (Weihnachten und Chanukka), musste ich daran denken, dass auch die Natur - ganz ohne Kerzen und Strom - wunderbar leuchten kann. Dieses Phänomen wird Biolumineszenz genannt. Viele Lebewesen können leuchten, entweder aus eigener Kraft oder mit Hilfe von Symbionten. Das Leuchten basiert auf chemischen Reaktionen und sieht in der Tat fast so aus wie in dem Film Avatar. Mir ist dieses Phänomen schon in unterschiedlichsten Formen begegnet. Zum Beispiel als leuchtender Pilz wie auf folgendem Photo:

 

A57 online

 

Dieses Bild ist im Regenwald von Costa Rica entstanden und zeigt einen leuchtenden Pilz, der ein Stück Holz zersetzt. Aber leuchtende Pilze gibt es nicht nur in den Tropen, sondern fast überall auf der Welt. Selbst in Deutschland habe ich schon einige gefunden. Der Honiggelbe Hallimasch zählt z. B. zu den Pilzen, die leuchten können. Wieso leuchtet nun ein Pilz? Dies ist gar nicht so leicht zu beantworten. Im Tierreich fällt die Beantwortung schon einfacher. Hier sind die Gründe Anlockung, Kommunikation, Camouflage, Warnung, Verteidigung und Beleuchtung. So leuchten Glühwürmchen um Partner bzw. manche Anglerfische um Beute anzulocken. Bei Feuerwalzen, die wiederum aus zahlreichen Einzeltieren bestehen, reagieren die einzelnen Tiere auf das Leuchten ihres Nachbarn. Da sie nicht mit Nervenzellen verbunden sind können sie so die Kolonie besser koordinieren. Der Leuchtkalmar kann seinen gegen die Wasseroberfläche dunkler erscheinenden Körper durch Biolumineszenz verbergen (Camouflage). Manche Tiere nutzen das Leuchten auch als Warnung oder verteidigen sich damit, indem sie ihren Fressfeind ablenken. Eine Muschelkrebsart emitiert bei Störung einen leuchtenden Stoff ins Wasser und macht sich klammheimlich aus dem Staub. Man vermutet mittlerweile, dass diverese Tiere das Leuchten auch nutzen um selber besser zu sehen. So leuchten Barten-Drachenfische rot. Eine ungewöhnliche Farbe - sonst weist Biolumineszenz einen grünlichen Ton auf. Dies ermöglicht dem Drachenfisch aber rötliche Beutetiere zu sehen, die sonst in der Tiefsee nahezu unsichtbar sind. Die Liste, warum Lebewesen leuchten ist also lang. Zurück nun zu unserem leuchtenden Pilz. Dieser leuchtet um Insekten anzulocken, die seine Sporen wiederum verbreiten.  

Den meisten ist Biolumineszenz neben Glühwürmchen als Meeresleuchten bekannt. Dies wird oft durch Dinoflagellaten, Einzeller die zu den Algen zählen, hervorgerufen. Dies habe ich schon an verschiedenen Küsten beobachten können. Aber nie so spektakular wie auf Juist vor ein paar Jahren. Richtig gelesen! Auf einer deutschen Insel habe ich Meeresleuchten beobachten können. Nicht nur das Wasser hat geleuchet, sondern auch der feuchte Sand. Spektulär daran: Es waren Formen erkennbar, die rythmisch und organisiert pulsierten. Vorwiegend waren dies kreisrunde Objekte mit einem Kreuz in der Mitte. Hier ein leider nicht perfektes Photo einer solchen Struktur:

 

bioluminescence

 

Im Sand konnte ich keine Rückstände von Quallen oder Manteltieren ausmachen. Bisher konnte mir kein Meeresbiologe eine Antwort liefern. Es gibt also noch Rätsel auf dieser Welt.